Die „Alte Burg“ bei Hollenstedt

Wann entstand der Ringwall Alte Burg bei Hollenstedt?

Südlich von Hollenstedt, an der Este gelegen, findet man noch heute einen Ringwall mit Graben. Um zu klären, welche Bedeutung diese Anlage im Mittelalter hatte, und insbesondere, um die Struktur des Walles zu erforschen, hatten Mitarbeiter des Archäologischen Museums Hamburg (Helms-Museum) und der Universität Göttingen  im Jahre 2014 Grabungen im Wall vorgenommen. Frühere Untersuchungen liegen vierzig Jahre zurück. Nun sollten neue Erkenntnisse mit modernen Methoden und  Geräten erarbeitet werden.
Früher war man der Meinung, Karl der Große (er herrschte von 768 bis 814) habe sie angelegt, als er nachweislich anno 804 bei Hollenstedt ein Lager aufgeschlagen hatte. Doch dass dies nicht der Fall sein kann, gilt inzwischen wohl als bewiesen. Denn die Burg ist nach dem neuesten Stand um das Jahr 880 errichtet worden, wie Radiokarbon  Messungen an verkohlten Holzresten aus dem Wall ergaben.


Schnitt durch den Wall 
(im unteren Teil verkohlte Holzreste zu erkennen)

Beeindruckend ist der Querschnitt durch den Wall, den die Wissenschaftler erstellten. Deutlich sind verkohlte Hölzer zu erkennen. Dr. Brand und Prof. Weiss vom Archäologischen Museum erklärten auf einer Pressekonferenz die Zusammenhänge:  Vermutlich war diese Anlage eine Art Schutzburg, die der anliegenden Bevölkerung in Kriegszeiten Unterschlupf gewährte. Es wurde ein Wall angelegt, auf dem wohl auch noch Holzpalisaden aufgestellt waren. Dieser Wall wurde mit großer Sorgfalt errichtet. Den Grundstock bildete eine Holzkonstruktion, die sodann aufgeschüttet und  mit Grassoden befestigt wurde. Hinter dem Wall fanden sich Kasematten,  vor dem Wall ein tiefer Graben. Wahrscheinlich hat der hölzerne Teil durch Kriegseinwirkung oder Blitzschlag  Feuer gefangen und wurde  sodann durch Schwelbrand gänzlich zerstört. So jedenfalls  sind die massigen Holzkohlereste im Wall zu erklären.

Und in diesem Zusammenhang erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse um die Entstehung der Keimzelle Hamburgs, der „Hammaburg“. Denn Burgen der damaligen Zeit waren einander ähnlich. Der Wall der Hammaburg wurde durch den Bombenkrieg und durch Abrissarbeiten völlig zerstört. So aber kann man Rückschlüsse ziehen zwischen der „Alten Burg“ bei Hollenstedt und der Hammaburg.
Also kann das Dorf Hollenstedt an der Klärung der Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg beitragen!


         

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